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Hanauer Anzeiger vom 16. 4.
2012
Streifzug
durch die Geschichte der Orgel
Kantor Christian Mause referiert in der Hanauer
Marienkirche
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Hanau (wb/how). Im Rahmen des neunten Hanauer Orgelfrühlings stellte Kantor
Christian Mause in der Marienkirche die Grenzing-Orgel vor. Dieses
Instrument war bekanntlich im Jahr 2004 eingeweiht worden. Sie wurde von
Gerhard Grenzing in Barcelona gebaut. Sie hat 49 Register auf drei Manualen
und ein Pedal. Man findet darin 3800 Pfeifen. Die kleinste misst 14
Millimeter, die größte mehr als fünf Meter. Im ersten Teil der Veranstaltung
gab Kantor Christian Mause einen Überblick über die Orgel an sich. „Sie
wurde etwa im 3. Jahrhundert v. Chr. eingeführt, wahrscheinlich von dem
griechischen Ingenieur Ktesibious, der in Agypten/Alexandria lebte“,
berichtete Mause. In der Antike habe man das Orgelspielen sogar als
Olympischen Wettbewerb in Griechenland praktiziert. „Im Mittelalter hatten
alle größeren Kirchen in Europa Orgeln“, so der Kantor. Der Orgelbau des 19.
Jahrhunderts entwickelte neue technische Systeme wie die Pneumatik, die
Barkermaschine, Hochdruckstimmen und gigantische Instrumente mit mehr als
100 Registern. Erst im 20. Jahrhundert besann man sich wieder auf alte
Konstruktionsprinzipien. Inzwischen wird versucht, die barocken Prinzipien
der mechanischen Schleiflade und des Klanges in Synthese mit romantischer
Orgelbaukunst zu bringen. Wahrscheinlich existierte in der Hanauer
Marienkirche schon im 15. Jahrhundert eine Orgel. Im Jahr 1650 baute der
Orgelmacher Jacob Knauf dann ein Instrument für die Marienkirche. Sie wurde
1684 durch eine sogenannte Schleich-Orgel ersetzt. Bereits 1697 baute
Valentin Margartt eine Orgel, die bis 1833 in Betrieb war. Danach wurde sie
mehrmals repariert und umgebaut. Zuletzt erfolgte ein Um- und Neubau durch
Wilhelm August Ratzmann.
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Kantor Christian Mause
weiß nicht nur viel über die Orgel in der Marienkirche, er beherrscht das
Instrument auch perfekt. Foto: Bremkes
Das Ratzmann-Werk verrichtete seine Dienste bis
zur Bombardierung der Stadt Hanau am 19. März 1945. Mit dem Wiederaufbau der
Marienkirche entstand auch der Wunsch nach einer neuen Orgel. Sie wurde in
zwei Bauabschnitten 1957 und 1964 von der Firma Hammer Orgelbau aus Hannover
hergestellt. Die neue Orgel hatte allerdings ständig Fehler in der Elektrik,
so dass man sich schließlich ab 1996 für einen Neubau interessierte. Dabei
kam dann die Firma Grenzing Orgelbau in El Papiol in der Nähe von Barcelona
ins Spiel. Kantor Christian Mause spielt die Grenzing-Orgel perfekt. Zum
Abschluss seiner Ausführungen gab er eine Probe seines Könnens. Zuerst
spielte er das Toccata von Johann Sebastian Bach. So dann folgte vom
gleichen Komponisten der Choral „Wachet auf‘. Und schließlich gab er noch
von Max Reger das „Benedictus“ und von Theodore Dubois ein Toccata zum
Besten.
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Hanauer Anzeiger vom 12. 1. 2012
Die Gemeinde lebendig machen
Marienkirche will unter der Woche öffnen - Ehrenamtliche Helfer gesucht
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Immer rein in die gute Stube: Pfarrerin Lisker und Probst Böttner wollen die
Marienkirche öffnen
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Hanau (mum). Früher galten vor allem die katholischen Gotteshäuser
als stets geöffnet. Evangelische Kirchen hingegen hielten ihre Türen in
vielen Fällen unter der Woche verschlossen und machten sie nur zu den
Gottesdiensten weit auf. Das soll sich nun zumindest in der Marienkirche
gründlich ändern:
Am Sonntag startet hier die Aktion „Offene Kirche“.
Die Zeit, in der die Marienkirche immer geöffnet war, liegt schon eine ganze
Welle zurück. Als die Umbauarbeiten an Decke und Orgel begannen, machte man
die Tür zu. Und das blieb sie dann auch, jedenfalls unter der Woche. Aber
genau dieser Zustand soll sich nach dem Wunsch des Kirchenvorstands jetzt
wieder ändern.
Pfarrerin Heike Lisker erklärt, warum - die Gründe sind vielfältig: „Die
Marienkirche ist ein wichtiges kulturhistorisches Gebäude, der Chorraum
einer der ältesten Plätze, die in der Stadt Hanau erhalten geblieben sind.
Er ist ein Schatz, den es zu öffnen gilt. Aber viele Menschen fühlen sich
auch der Kirche selbst sehr verbunden und wollen sie als Ort wahrnehmen.
Dazu brauchen sie dann vielleicht auch einen anderen Rahmen als einen
Gottesdienst.“ Und Bernd Böttner, Probst des Sprengels Hanau, ergänzt:
„Viele suchen den Ort für ihre eigene Spiritualität. Mancher will
vielleirht. in seiner Mittagspause für ein paar Minuten zur Besinnung kommen
oder braucht-Ablenkung in einer schwierigen Lebenssituation.“
Böttner erzählt von einer Begebenheit in seiner ehemaligen Gemeinde in
Nordhessen: Er kam mittags in die Kirche und traf eine Frau, die in der
Kirchenbank saß und weinte. Im Gespräch mit ihr fand Böttner heraus, dass
ihr Mann aktuell operiert wurde und sie es einfach nicht mehr im Krankenhaus
aushielt. „Die Kirche gab ihr Ruhe und Kraft.“
Jetzt soll das also auch in der Altstadtkirche, die nach Böttners Angaben
2400 Gemeindemitglieder hat, möglich sein. Die baulichen Voraussetzungen
jedenfalls seien schon fast vollständig geschaffen: Der Zugang zu Empore und
Orgel gesichert, Schränke und Räume abgeschlossen.
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Denn das ist bekanntlich die Kehrseite der Medaille: Offene Kirche locken
nicht nur Gläubige und Touristen an, sondern verleiten durchaus auch mal zum
Blödsinn machen.
Trotzdem will der Kirchenvorstand den Versuchsballon
starten, und zwar mit dem Gottesdienst am kommenden Sonntag. Die offene
Kirche auf Probe soll dann bis Ostern erstmal freitags bis sonntags
stattfinden, wenns gut läuft, ab dann sogar fast die ganze Woche. „Als
einzigen Ruhetag‘ planen wir den Montag, also wie Museen auch“, sagt Probst
Böttner. Geöffnet sein soll jeweils von 10 bis 16 Uhr.
Aber apropos öffnen: Die offene Kirchentür ist quasi
Symbol und Anfang zugleich. Die Marienkirche möchte auch sonst ihre
Offenheit demonstrieren und weiter ausbauen, zum Beispiel in Kooperation mit
verschiedenen Partnern - die Weihnachtskonzerte der Karl-Rehbein-Schule oder
eine Veran- staltungsreihe der Interessengemeinschaft Hanauer Altstadt weisen
bereits in diese Richtung. „Wir wollen die Gemeinde auch nach außen hin
lebendig machen, aber das geht eben nur mit offener Tür“, erläutern Lisker
und Böttner, „denn wenn die Menschen eine Kirche nur von außen erleben,
haben sie keinen Bezug zu ihr.“
Der einzige klitzekleine Haken an den Plänen: Sie
müssen von zahlreichen Schultern getragen werden. Daher sucht die
Mariengemeinde ehrenamtliche Helfer, die sich an den verschiedenen Aufgaben
beteiligen möchten: „Wir benötigen Menschen, die die Kirche auf- oder
abschließen oder sich gerne mal zwei Stunden hier hinsetzen und als
Ansprechpartner zur Verfügung stehen, unter anderem auch für Touristen, die
etwas über das Bauwerk erfahren möchten“, so Heike Lisker. Klar, dass der
Kirchenvorstand die Ehrenamtler mit den entsprechenden Informationen
versorgen würde.
Jetzt sind alle erstmal gespannt darauf, wie ihre
offene Kirche so bei den Menschen ankommt - denn wie heißt es so schön?
„Macht hoch die Tür, die Tor macht weit...“
Wer sich vorstellen könnte, ehrenamtlich
in der Marienkirche tätig zu sein, kann sich direkt mit dem Pfarramt 1 oder
Heike Lisker in Verbindung setzen, Telefon 061 81/81314.
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Presse, 1. 3. 2011
Eröffnung der Aktion «Hoffnung für Osteuropa»
in Hanau Bischof Hein: «Hoffnung ist das
Schlüsselwort unserer Zeit»
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Hanau (medio). Der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck,
Prof. Dr. Martin Hein, hat zu tätiger Hoffnung angesichts der
gesellschaftlichen und sozialen Probleme aufgerufen. In seiner Predigt im
Gottesdienst zum Auftakt der diesjährigen Aktion «Hoffnung für Osteuropa»
sagte Hein am Sonntag (27.2.) in der Marienkirche in Hanau: «Hoffnung ist
das Schlüsselwort unserer Tage.» Dabei gelte es, so Hein, eine Hoffnung der
Tat und die Hoffnung auf Gottes Segen zu verbinden, teilte die Pressestelle
der Landeskirche mit.
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Hoffnung sei nicht mit Untätigkeit nach dem Motto «Es wird schon« zu
verwechseln, sie widerspreche aber auch einer Haltung, die angesichts großer
Herausforderungen nur müde abwinke und behaupte, «alles habe keinen Wert».
Wer sich mit Hoffnung ans Werk mache, brauche einen langen Atem. Schnelle
Erfolge seien in der Regel nicht zu erwarten. Dies gelte vor allem für die
großen gesellschaftlichen Probleme unserer Zeit.
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Nach dem Gottesdienst vor der Marienkirche (v.l.): Bischof Martin Hein
(Kassel), Landesdiakoniepfarrer Eberhard Schwarz (Kassel), Dekanin Claudia
Brinkmann-Weiß (Hanau), Bischof Michael Bünker (Wien), Pfarrerin Heike
Lisker (Hanau), Pfarrer Kurt Boltres (Rumänien) und Kirchenvorsteher
Friedrich Trapp (Hanau)
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Hanauer Anzeiger vom 17.
Februar 2010
Bernd Böttner neuer Propst
in Hanau
53-Jähriger tritt Nachfolge von Gerhard Pauli
an
Schwerpunkt Integrationsarbeit
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Hanau (pm/rb). Bernd Böttner, derzeit Dekan im Kirchenkreis
des Eisenbergs, wird Propst des Sprengels Hanau. Der Rat der Landeskirche
berief den 53-Jährigen zum Nachfolger von Propst Gerhard Pauli, der im
Dezember in den Ruhestand gegangen war. Dienstantritt soll der 1. August
sein. Als Propst wird Böttner - so besagt es die Grundordnung der
Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck - den Sprengel „im Einvernehmen
mit dem Bischof durch seelsorgerliche Beratung, Weisung und Hilfe“ leiten
und den Bischof bei seiner Arbeit unterstützen. In seiner Funktion gehört
der Propst unter anderem den beiden Leitungsgremien der Landeskirche, der
Landessynode und dem Rat der Landeskirche, an.
Bernd Böttner wurde am 12. März 1956 in Grebendorf bei
Eschwege geboren. Er wuchs auf einem Bauernhof auf. Nach dem Abitur
studierte er von 1974 bis 1979 Evangelische Theologie in Bethel, Göttingen
und Heidelberg. Anschließend war er Vikar in der Kasseler
Paul-Gerhardt-Gemeinde. Nach dem zweiten Theologischen Examen und der
Ordination durch Bischof Dr. Jung im März 1982 übernahm er die Pfarrstelle
Jesberg (Kirchenkreis Fritzlar). 1988 wurde er in die Landessynode gewählt,
1995 in den Rat der Landeskirche. 1997 wurde er vom Rat der Landeskirche zum
Dekan des Kirchenkreises des Eisenbergs und Pfarrer der 1. Pfarrstelle der
Kilianskirche Korbach gewählt, ein Amt, das er bis 2010 inne hatte.
Als Pfarrer in der Korbacher Kiliansgemeinde engagiert er
sich in der Konfirmandenarbeit, in der Arbeit zur Integration von
Spätaussiedlern, in der Ökumene vor Ort sowie im Dialog mit den Muslimen. Er
pflegt die Zusammenarbeit mit den unterschiedlichen Institutionen und
gesellschaftlichen Gruppen. Insgesamt bildete er als Pfarrer fünf Vikare
aus.
Zu seinen Schwerpunkten in der Arbeit als Dekan zählt die
Partnerschaftsarbeit, die Einführung der Notfallseelsorge, in der alle
Pfarrer des Kirchenkreises integriert sind, die Eröffnung einer
Kircheneintrittsstelle im Dekanat sowie die Fortentwicklung der diakonischen
Arbeit im Kirchenkreis und im Landkreis.
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Bernd Böttner
Böttner vertrat den
Kirchenkreis von 1999 bis 2006 in der Landessynode und gehörte Struktur- und
Entwicklungsausschüssen der Landeskirche an.
Böttner war Vorsitzender des
Kuratoriums der Arbeitsstelle Kriegsdienstverweigerer und
Zivildienstleistende und ist seit 2009 Vorsitzender des Kuratoriums des
Zentrums für Freiwilligen-, Friedens- und Zivildienst. Von Februar bis
August 2009 war er mit der Vertretung des Propstamtes im Sprengel
Waldeck-Marburg beauftragt.
In seiner Freizeit wendet er sich gern praktischen Dingen zu wie
Gartenarbeit, Holzmachen, Pflügen. Radtouren, Skilaufen und Spaziergänge mit
dem Hund gehören zu seinen weiteren Freizeitbeschäftigungen. Bernd Böttner
ist seit 1979 verheiratet mit Monika, geborene Schneider die als Lehrerin an
einer Schule für Praktisch Bildbare tätig ist. Das Ehepaar hat vier
erwachsene Kinder.
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Fuldaer Zeitung vom 8.
12. 2009
„Pauli ist stets Pfarrer
geblieben“
Bischof Hein
verabschiedete den Hanauer Propst / Stelle zunächst vakant
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HANAU
Propst Pauli sei ein „Brückenbauer“ gewesen. Das unterstrich
Professor Dr. Martin Hein, der Bischof der Evangelischen Kirche von
Kurhessen Waldeck, am Sonntag bei Paulis Verabschiedung.
Gerhard Pauli (63), Propst im Sprengel Hanau, wurde am 2. Adventssonntag in
einem feierlichen Gottesdienst in der Hanauer Marienkirche verabschiedet. Er
hatte das Amt des Propstes seit 1991 inne.
Als Propst leitete er - so besagt es die Grundordnung der Evangelischen
Kirche von Kurhessen-Waldeck - den Sprengel „im Einvernehmen mit dem Bischof
durch seelsorgerliche Beratung, Weisung und Hilfe“ und unterstützte den
Bischof bei seiner Arbeit.
Der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen Waldeck, Martin Hein, der
scheidende Propst das Wirken von Paulis: Pauli habe in seiner Person
zweierlei verbunden: Er sei stets das Gesicht der Landeskirche und der
Kirchenleitung im Sprengel Hanau und in der Region gewesen, in gleicher
Weise aber auch das Gesicht des Sprengels Hanau in der Landeskirche und der
Kirchenleitung. Pauli sei in seinem verantwortungsvollen Amt stets Pfarrer
geblieben.
Große Verdienste für die Landeskirche habe der scheidende Propst zudem als
Brückenbauer erworben: als Brückenbauer zur hessischen Schwesterkirche, der
Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, ebenso wie in der Ökumene, vor
allem mit Blick auf die Partnerschaft der Landeskirche mit der
Evangelisch-Lutherischen Kirche in der Kirgisischen Republik.
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Gerhard Pauli stammt gebürtig aus Schlüchtern. Nach dem
Abitur im Jahr 1966 studierte er Evangelische Theologie in Frankfurt und
Marburg. 1971 legte er seine 1. Theologische Prüfung ab; sein Vikariat
absolvierte er von 1971 bis 1973 in Marburg. Nach Ablegung der 2.
Theologischen Prüfung wurde er 1973 durch Bischof Vellmer ordiniert. Als
Gemeindepfarrer war er an verschiedenen Orten tätig: 1973 bis 1981 in
Friedewald (Kirchenkreis Hersfeld) und von 1981 bis 1991 in Wächtersbach
(Kirchenkreis Gelnhausen). Am 1. Mai 1991 wurde er in das Amt des Propstes
für den Sprengel Hanau berufen, ein Amt, das er bis zum 1. Dezember 2009
inne hatte.
Eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger für Pauli gibt es noch nicht: Wie
Pressesprecher Karl Waldeck dem evangelischen Pressedienst (epd) bestätigte,
hatte Bischof Hein bereits im September einen Personalvorschlag gemacht;
dieser sei jedoch vom Rat der Landeskirche abgelehnt worden. Dessen
Zustimmung ist aber für das Verfahren erforderlich.
Der für jeden Sprengel bestehende Findungsausschuss solle nun eine geeignete
Persönlichkeit präsentieren, fügte Waldeck hinzu.
Mit einer Benennung einer Nachfolgerin oder eines Nachfolgers sei vermutlich
im Frühjahr 2010 zu rechnen, sagte Waldeck gestern gegenüber unserer
Zeitung. Das Propstamt werde bis zur Neubesetzung kommissarisch vom
dienstältesten Dekan des Sprengels Hanau ausgeübt. Dies ist derzeit der
Fuldaer Dekan Bengt Seeberg. zi/epd
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Hanauer Anzeiger vom 21. Januar 2008
Kirchenladen betritt Neuland
Kirchenkreis Hanau-Stadt: Vier Gemeinden unter einem Dach
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Hanau (rb). Seit wenigen
Tagen gibt es einen Ladenleerstand in der Innenstadt weniger: Doch wo
bislang Kinderbekleidung verkauft wurde, ist keineswegs ein Geschäft
nachgerückt. Im Kirchenladen bieten vier evangelischen Gemeinden der
Innenstadt künftig ein breites Spektrum an Angeboten.
Bei der Eröffnung der neuen Einrichtung an der Krämerstraße 4 herrschte am
Samstag dichtes Gedränge. Mehr als 100 Besucher schauten vorbei, als die
Dekanin des Kirchenkreises, Hanau-Stadt, Claudia Brinkmann-Weiß, das Haus
seiner Bestimmung übergab. Sie war überrascht von dem Andrang. Auch der
Geschäftsführer des Kirchenladens, Pfarrer Jens Heller von der
Kreuzkirchengmeinde, zeigte sich zuversichtlich, mit der neuen Adresse ins
Schwarze getroffen zu haben.
Oberbürgermeister Claus
Kaminsky sprach von einer Bereicherung der Innenstadt und wünschte des
Kirchengemeinden eine fruchtbare Arbeit. Er sprach von einem Ort der
Kommunikation ohne Polarisierung.
Vorerst für drei Jahre sind die Räumlichkeiten in der Fußgängerzone
angemietet. Dann will man schauen, wie man weiter verfährt. Die Dekanin
zeigte sich zuversichtlich über die Nutzungstiefe. Das Angebot habe
zweifellos Pilotcharakter. Die Besucherfrequenz sei schon in der vergangenen
Woche stark gewesen.
Der Kirchenladen vereint die vier Gemeindebüros der Innenstadt-Gemeinden
erstmals unter einem Dach: Marienkirche, Johanneskirche, Kreuzkirche und
Christuskirche. Die vier Kirchengemeinden zählen insgesamt rund 9000
Mitgliede. Die bisherigen Gemeindebüros sind geschlossen worden. Zwei
Sekretärinnen stehen für die Verwaltungsarbeiten zur Verfügung In einem
abgeteilten Raum können seelsorgerische Gespräche mit Pfarrern geführt
werden. Hier
geht es um die gesamte Bandbreite.
Auch Gespräche über den
Wiedereintritt in die Kirche können hier geführt werden. Der erste
Wiedereintritt wurde mit der 25-jährigen Monika Lang während des Empfangs
zur Eröffnung bereits vollzogen. |
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Pfarrer Heller
gratulierte zum ersten Kircheneintritt von Monika Lange (Mitte) aus Hanau.
(Fotos: Henning)
Neben Gesprächen und Verwaltungs-vorgängen lädt der Kirchenladen zu
zwanglosen Gesprächen ein. Lektüre steht bereit. Stühle und Sessel bieten
Gelegenheit zum Verweilen oder zu einer Verschnaufpause. Ein Kaffeeautomat
steht in Kürze zur Verfügung. Daneben lassen sich Artikel wie Kaffee und Tee
aus fairen Handel erwerben. Auch für kleinere Vortrags- oder Gruppenabende
oder kleinere Konzerte ist der Raum gedacht.
Darüber hinaus können sich die Besucher über Angebote wie Diakonisches Werk,
Martin-Luther-Stiftung, Hospizdienste oder Jugendwerkstatt informieren.
Kurzum: Der Kirchenladen bietet die Basis für ein aktives Gemeindeleben für
Kirchenmitglieder und Menschen, die sich der Konfession zugezogen fühlen.
Schwellenängste sollen hier erst gar nicht aufkommen.
Die Öffnungszeiten des
Kirchenladens sind montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr, samstags von 9 bis
12 Uhr. Telefon: 06181/4288789 (Laden) und 4288868 (Gemeindebüro), Fax: 4288802.
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