4. Hanauer Orgelfrühling 9.-16.3.2008
Der Kompositionswettbewerb für die Hanauer Grenzing-Orgel ist entschieden!
Der im vergangenen Jahr ausgeschriebene Wettbewerb soll die vor vier Jahren neu errichtete Orgel der Marienkirche in Hanau, die sich bereits überregionalen Interesses erfreut, weiter bekannt machen. Bei der Planung des Wettbewerbs durch die evangelische Marienkirchengemeinde und die Hanauer Kantorei entstand die Idee, einen Zusammenhang zur Hanauer Geschichte herzustellen. Die Zerstörung Hanaus am 19. März 1945 und der anschließende Wiederaufbau sollten durch Verse aus den Klageliedern Jeremias reflektiert werden:Wie liegt die Stadt so verlassen, die voll Volks war! Sie ist wie eine Witwe, die Fürstin unter den Völkern, und die eine Königin in den Ländern war, muss nun dienen. Der Herr hat ein Feuer gesandt und lässt es wüten. Er hat meinen Füßen ein Netz gestellt und mich rückwärts fallen lassen; er hat mich zur Wüst
e gemacht. Dass ich für immer siech bin.
Die Güte des Herrn ist’s, dass wir nicht gar aus sind, seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, sondern sie ist alle Morgen neu, und deine Treue ist groß. Der Herr ist mein Teil, spricht meine Seele; darum will ich auf ihn hoffen.
(Klagelieder 1,1 u. 13 sowie 3, 22-24)
Bis zum Einsendeschluss am 1. September 2007 gingen 29 Kompositionen aus Deutschland, aber auch aus Polen, Slowenien und Südkorea ein. Die Jury war mit den beiden Komponisten Gerhard Müller-Hornbach und Frank Gerhardt, dem Landeskirchenmusikdirektor a.D. Martin Bartsch und den drei beteiligten Organisten, Professor Martin Lücker (Frankfurt), Eckhard Manz (Kassel) und Christian Mause (Hanau) hochkarätig besetzt. Seit Ende vergangenen Jahres stehen nun die drei Preisträger fest.
1. Preis (2.000.- €)
Komposition: …liegt die Stadt verlassen, zur Wüste gemacht…
Komponist: Dominik Susteck
Dominik Susteck wurde 1977 in Bochum geboren und erhielt seinen ersten Orgelunterricht mit 13 Jahren vom Zacher-Schüler Ludwig Kaiser. Von 1998 bis 2005 studierte er an der Folkwang-Hochschule Essen und den Musikhochschule Köln und Saarbrücken Kirchenmusik, Komposition (u.a. bei Nic. A. Huber), Musiktheorie und Orgel. Anregungen erhielt er von Theo Brandmüller und Gerd Zacher. Seit 2002 ist er Lehrer für Musiktheorie und Orgel an der Bischöflichen Kirchenmusikschule Essen. 2006 erhielt er einen Lehrauftrag für Musiktheorie an den Folkwang-Hochschule Essen. Anfang 2007 wurde er zum leitenden Organisten für Neue Musik an Sankt Peter in Köln gewählt.
2. Preis (1.500.- €)
Komposition: Rhapsodie
Komponist: Maximilian Schnaus
Maximilian Schnaus wurde 1986 in Bad Neustadt an der Saale geboren. Ersten Orgelunterricht erhielt er 1998 beim Friedemann Häßler (Bad Neustadt). In dieser Zeit entstanden seine ersten Kompositionen. Seit 2001 hatte er Orgel- und Kompositionsunterricht bei Stephan Adam (Würzburg). Von 2002-2004 war er dessen Schüler an der Berufsfachschule für Musik Bad Königshofen. Sein Werk umfasst unter anderem Klaviermusik, Kammermusik, mehrere Orchesterwerke, einen Liederzyklus, zwei Solokonzerte und elektronische Musik. Seit 2004 studiert er an der Hochschule für Musik und Theater Hannover Kirchenmusik bei Prof. Pier Damiano Preetti und Gereon Krahforst. Er ist Stipendiat der Yehudi-Menuhin-Stiftung „Live Musik Now“.
3. Preis (1.000.- €)
Komposition: Toben, das die Zeit verpasst hat
Komponist: René Mense
René Mense wurde 1969 in Hamburg geboren. Erste Kompositionen entstanden 1981. Seite Ende seines Kompositionsstudiums in Hamburg arbeitet er als freischaffender Komponist. Seine Komposition „Gebilde-Gegenbild“ für großes Orchester erhielt 2001 den 1. Preis beim Toru Takemitsu Composition Award in Tokyo. 2003 war Mense Stipendiat der Hochschule für Musik in Weimar. „A Creature Divided“ für Koloratursopran und Ensemble wurde 2004 mit dem 2. Preis beim Wettbewerb der Weimarer Frühlingstage für zeitgenössiche Musik ausgezeichnet.
Wir danken der Bürgerstiftung der Sparkasse Hanau, der Stadt Hanau und dem Förderkreis der Hanauer Kantorei e.V., ohne deren Unterstützung der Kompositionswettbewerb nicht möglich gewesen wäre.
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Zum 11. Mal Evergreens!
D
ie diesjährige „Reise ins Land der Evergreens“ stand unter dem Motto „Ich wollt, ich wär’ ein Huhn“. Dahinter verbarg sich ein tierisch gutes Programm, das an zwei Abenden wieder fast fünfhundert Besucher in der Alten Johanneskirche erfreute. Durch den ersten Teil führte Frank Hagelstange als Fernsehmoderator Bernhard Eberhard Grinsmeck. Das TV-Magazin „Tierisch gut drauf“ war ein humoriger Mix aus Tierportraits und Tierratgeber. Rudi Fink sorgte als Orang Utan im Walt Disney-Klassiker „Ich wär´ so gern wie du“ für Lachsalven, und auch Bernhard Hammerschick, neu im Evergreensteam, hatte die Lacher auf seiner Seite, als er besorgt klagte: „Mein Papagei frisst keine harten Eier“. Einer der Höhepunkte des Abends war der Auftritt der drei Herren zur Elefantenparade aus dem „Dschungelbuch“. In diesem Jahr waren auch die Kinder Paulina und Antonia Müller wieder mit von der Partie. Antonias Auftritt als Biena Maja war besonders niedlich anzusehen. Und als Paulina Müller und Mechthild Hagelstange im Duett beklagten, dass „Die süßesten Früchte“ nur die großen Tiere fressen, wurde mancher im Saal zum Mitsingen animiert. Als Außenreporterin war Gret Fink in Aktion mit einer launigen Zooreportage: „Mein Gorilla hat `ne Villa im Zoo“. Eine besondere Überraschung war der Auftritt des neuen Pfarrerehepaars Heike und Christian Lisker, die sich, mit Friesennerz und Regenschirm ausgestattet, mit dem Tonfilmschlager „So ein Regenwurm hat’s gut“ in die Herzen der Zuschauer sangen.
Die Darsteller wurden von der munter aufspielenden Evergreens-Combo begleitet, die mit Heidi Koppe (Flöte), Theo Ruppert (Violine), Diana Mause (Klarinette und Saxophon), Rainer Kasan (Trompete), Gerhard Pauli (Posaune und Kontrabass), Frederik Happel (Schlagzeug) und Christian Mause (Klavier und Leitung) wieder hochkarätig besetzt war. Ein musikalischer Leckerbissen war die Instrumentaleinlage, in der der berühmte Song vom Rentier Rudolph eine musikalische Liaison mit dem Regenwurmlied und der Habanera aus „Carmen“ einging; das Arrangement dazu stammte aus der Feder von Rainer Kasan. Alle anderen Songs waren von Christian Mause und Frank Hagelstange für die Evergreens-Combo bearbeitet worden.
Vor der Pause wurde wieder für die Grenzing-Orgel in der Marienkirche gesammelt. Mit den etwa 4.000.- €, die in diesem Jahre eingingen, hat sich der Spendenerlös der bisher elf Evergreenskonzerte auf fast 70.000.- € erhöht.
Der zweite Teil trug den Titel „Herrchen gesucht – spezial“. Moderatorin Alli Müller, zugleich die Regisseurin und Texterin des Programms, führte mit „Ich wünsch mir `ne kleine Miezekatze“ in das Thema ein: herrchenlose Katzen suchten ein neues Zuhause. Für die phantasievollen Kostüme und beeindruckenden Masken der Darsteller gab es Szenenapplaus. Und der Auftritt von Astrid Weis als alternde Divakatze Grizabella mit dem berühmten „Memory-Song“ wurde mit zahlreichen Bravorufen belohnt. Ein witziger Einfall war die Werbepause, in der Marlen Müller mit dem bekannten „Katzeklo“ für die richtige Katzenhygiene warb. Als nach zwei Stunden das letzte Lied erklungen war, gaben sich die Zuschauer erst nach einer Zugabe zufrieden, und mancher Besucher hatte auf dem Nachhauseweg noch „Der Löwe schläft heut Nacht“ auf den Lippen...