Lichtblick - Menschen Hoffnung geben
Lichtblick ist eine diakonische Stiftung der Hanauer Marienkirchengemeinde. Ihr Ziel ist es, Obdachlosen und von Obdachlosigkeit gefährdeten, unabhängig von Abstammung und Konfession, Hilfe mit dem Ziel der Wiedereingliederung zu gewähren - in Wahrnehmung der durch Jesus Christus erwiesenen Liebe und der ihm gebotenen Verantwortung.
Besondere Aufgaben der Stiftung sind die Bereitstellung von Wohnraum und das Angebot qualifizierter Hilfe zur eigenverantwortlichen Lebensführung.
Kontakt: Lichtblick - Stiftung der Ev.Marienkirche zu Hanau
Dietrich-Bonhoeffer-Haus| Am Goldschmiedehaus 1| 63450 Hanau
Fon 06181-923170| Fax 9231723
www.lichtblick-in-hanau.de
Neues aus Lichtblick
Hanauer Tafel braucht selbst HilfeGeldmangel gefährdet Angebote der Stiftung Lichtblick / Andrang bei Lebensmittelausgabe
Artikel von Alexander Polaschek, Frankfurter Rundschau 9.10.07
Steigende Umsätze, für Kaufleute gemeinhin erfreulich, apostrophiert Jutta Knisatschek keineswegs positiv. Die Geschäftsführerin der Stiftung Lichtblick registriert einen steten Kundenzuwachs im "Tafelspitz", der Lebensmittel-Ausgabestelle der Hanauer Tafel, und nennt das "erschreckend". Binnen Jahresfrist sei die Zahl der Einkaufsausweis-Inhaber von gut 500 auf 600 gestiegen. Die Kundenbesuche in der Graf-Phillip-Ludwig-Straße 2 summierten sich auf 10 000 im Jahr. "Das steigt seit Beginn von Hartz IV."
Das ehrenamtliche Tafel-Team unter dem Dach der Stiftung Lichtblick der evangelischen Marienkirchengemeinde sammelt regelmäßig von rund 60 Geschäften überschüssige Lebensmittel ein. Daraus packen die Helfer Warenkörbe im Wert von 30 bis 40 Euro, die erwiesenermaßen Bedürftige für zwei Euro erhalten können. Alarmierend findet es Knisatschek, "dass inzwischen auch schon Familien bei uns einkaufen müssen, bei denen einer der Partner Arbeit hat". In diesen Familien reiche der Verdienst offenkundig nicht mehr, sich auf normalem Wege ordentlich zu ernähren.
Allerdings wird es für die Stiftung zunehmend schwierig, das Angebot aufrecht zu erhalten. Bereits 2006 konnte eine ernste Finanzkrise gerade noch bewältigt werden, indem die Stadt Hanau ihren Zuschuss auf 50 000 Euro verdoppelte. Jetzt dräut neues Ungemach, wie Knisatschek bei der Präsentation des Lichtblick-Geschäftsberichts wissen ließ. Die Lebensmittelvorschriften erfordern für den Transport von Frischeprodukten wie Fleisch, Wurst, Milch und Fisch ein 40 000 Euro teures Kühlfahrzeug, das die Tafel nicht besitzt und aus eigener Kraft auch nicht finanzieren kann. Bleibe es dabei, würden die Spendergeschäfte wohl in absehbarer Zeit keine Frischeprodukte mehr herausgeben.
Dass die Tafel in diesen Tagen erstmals Spenden-Sammeldosen mit DaVincis Abendmahlbild in Hanauer Geschäften aufstellt, hat allerdings noch einen anderen Grund: Unbekannte Betrüger kassieren seit einiger Zeit immer wieder ab, indem sie auf der Straße mit Pappbechern im Namen der "Tafel" oder "Suppenküche" um einen Obolus bitten. Lichtblick will dem nun mit einer echten Sammlung entgegentreten und macht zur Unterscheidung auf Plakaten deutlich, dass diese nur in Geschäften, nicht auf der Straße stattfindet.
Sorgen bereitet auch die "gesegnete Mahlzeit" im Bistro Lichtblick im Dietrich-Bonhoeffer-Haus. Bedürftige erhalten das Mittagsmahl für zwei Euro. Lieferant Martin-Luther-Stiftung werde den Preis demnächst auf 3,46 Euro erhöhen. Die Differenz ist auf Dauer zu hoch, sagt Knisatschek: "Wir brauchen ab 1. Januar einen Zulieferer, der die 20 bis 30 Essen günstiger abgibt."
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